Stangenarbeit ist eines der vielseitigsten Werkzeuge im Pferdetraining. Ein paar Stangen am Boden können das leisten, was ein deutlich komplexeres Trainingsprogramm oft nicht schafft: die Balance verbessern, Rücken und Rumpf stärken und dem Pferd beibringen, seine Beine bewusst zu heben und zu platzieren. In diesem Leitfaden zeigen wir dir, warum Stangenarbeit funktioniert, was die Forschung dazu sagt und wie du eine sichere Progression aufbaust, die dein Pferd stärkt, ohne es zu überlasten.
Warum Stangenarbeit mehr ist als nur Aufwärmen
Auf den ersten Blick wirkt es einfach, über Stangen zu schreiten. Doch bei jedem Schritt passiert gleichzeitig sehr viel. Das Pferd muss die Beine höher anheben als im normalen Bewegungsablauf, den Rumpf aktivieren, um den Rücken zu stabilisieren, und sich gleichzeitig mental auf die Platzierung der Hufe konzentrieren. Über eine gesamte Einheit hinweg entsteht so ein effektives Training für Muskelgruppen, die sonst schwer gezielt anzusprechen sind.
Stangenarbeit ist besonders wertvoll, weil sie gelenkschonend ist. Du verlangst weder mehr Tempo noch mehr Last, sondern mehr Präzision in der Bewegung. Dadurch eignet sie sich für junge Pferde im Aufbau, für erfahrene Pferde als sinnvolle Abwechslung und auch für Pferde in der Rehabilitation, immer in Absprache mit dem Tierarzt.
Was sagt die Forschung zur Stangenarbeit?
Eine wachsende Zahl biomechanischer Studien bestätigt, was viele Trainer längst beobachten.
Eine Studie des Royal Veterinary College aus dem Jahr 2022 untersuchte 41 Pferde beim Schritt über keine Stangen, Bodenstangen und erhöhte Stangen. Mithilfe von Bewegungsanalyse zeigte sich, dass Stangen den Bewegungsumfang der Gliedmaßen deutlich erhöhen und dass erhöhte Stangen zu noch größerer Beugung in der Schwungphase führen.
Frühere Untersuchungen der Michigan State University zeigten, dass Trab über Stangen die Gelenkbeugung in der Schwungphase erhöht und damit gezielt die Flexormuskulatur aktiviert und stärkt.
Eine Studie der University of Tennessee aus dem Jahr 2021 untersuchte die Muskelaktivität direkt. Sie zeigte, dass Schritt über Bodenstangen die Aktivität des Longissimus dorsi erhöht, während Trab über Stangen die Aktivität des Rectus abdominis steigert. In Kombination mit elastischen Trainingsbändern wurde dieser Effekt im Bauchmuskel noch verstärkt.
Das bedeutet: Stangenarbeit bewegt das Pferd nicht nur, sie aktiviert gezielt die Muskeln, die für einen stabilen und gesunden Rücken entscheidend sind.
So baust du eine Stangenarbeitseinheit auf
Eine klare Progression hilft dir, strukturiert zu arbeiten. Starte immer eine Stufe unter dem, was dein Pferd problemlos leisten kann.
1. Schritt über Bodenstangen
Lege 5 bis 8 Stangen parallel auf den Boden, mit etwa 0,8 bis 0,9 Metern Abstand, je nach Pferd. Führe oder reite dein Pferd in ruhigem Schritt darüber. Achte auf:
Präzise Hufsetzung
Gleichmäßiges Tempo
Entspannte Haltung von Kopf und Hals
Gehe die Stangen 4 bis 6 Mal durch, möglichst in beide Richtungen.
2. Trab über Bodenstangen
Erhöhe den Abstand auf etwa 1,3 bis 1,4 Meter. Reite im leichten Sitz oder Leichttraben gerade über die Stangen. Achte auf:
Konstante Rhythmik
Ein schwingender, lockerer Rücken
Wenn das Pferd eilig wird oder den Rücken wegdrückt, kehre zum Schritt zurück.
3. Erhöhte Stangen (Cavaletti)
Wenn die Bodenarbeit sicher ist, kannst du niedrige erhöhte Stangen einbauen, etwa 10 bis 20 cm hoch. Diese erhöhen die Anforderungen an Kraft und Koordination deutlich. Halte die Einheiten kurz und beobachte dein Pferd genau.
Wie Stangenarbeit mit Core-Training zusammenwirkt
Stangenarbeit allein ist bereits sehr effektiv. Die Forschung zeigt jedoch, dass die Kombination mit elastischen Trainingsbändern die Aktivierung der Bauchmuskulatur weiter steigert.
Genau hier setzt ein System wie CORE by D an. Es gibt dem Pferd einen feinen Impuls, die Rumpfmuskulatur zu aktivieren, genau in dem Moment, in dem die Stangen mehr Hebung und Stabilität verlangen. Die Effekte ergänzen sich.
Wichtig ist dabei: Die Bänder zwingen das Pferd nicht in eine Form. Sie geben lediglich einen Hinweis, auf den das Pferd selbst reagiert. Deshalb funktioniert dieser Ansatz auch bei sensiblen Pferden gut.
Häufige Fehler vermeiden
Zu viele Stangen zu früh. Weniger, sauber gearbeitet, bringt mehr.
Falsche Abstände. Passe sie immer an dein Pferd an.
Immer gleiche Abläufe. Variation ist entscheidend.
Zu lange Einheiten. 15 bis 20 Minuten reichen völlig aus.
Keine Aufwärmphase. Mindestens 10 Minuten Schritt vor Beginn.
Wie oft?
Ein bis zwei Einheiten pro Woche sind für die meisten Pferde sinnvoll. An den übrigen Tagen kannst du normal reiten, longieren oder ins Gelände gehen. Stangenarbeit ergänzt dein Training, ersetzt es nicht.
Wenn dein Pferd sich in der Rehabilitation befindet oder bereits Rückenprobleme hatte, solltest du vor dem Start immer Rücksprache mit Tierarzt oder Physiotherapeuten halten.
Bereit für eine strukturierte Trainingsroutine?
CORE by D ist ein elastisches Trainingsbandsystem, das speziell dafür entwickelt wurde, Stangenarbeit, Bodenarbeit und Reiten zu ergänzen. Entwickelt in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Trainern hilft es deinem Pferd, die richtigen Muskelgruppen im richtigen Moment zu aktivieren. Einfach in der Anwendung und darauf ausgelegt, langfristige Stabilität zu fördern.
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Quellen
1. Walker VA et al. Effect of Ground and Raised Poles on Kinematics of the Walk. Journal of Equine Veterinary Science. 2022
2. Brown S et al. Swing phase kinematics of horses trotting over poles. Equine Veterinary Journal. 2015
3. Shaw K et al. The Effect of Ground Poles and Elastic Resistance Bands on muscle activity. Journal of Equine Veterinary Science. 2021